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	<title>quetting.net &#187; Michael Quetting</title>
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	<description>Wer nicht denkten kann muss fühlen!</description>
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		<title>Fehlende Kampfbereitschaft, Erpressung und Illusionen &#8211; zum neuen TV&#246;D</title>
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		<pubDate>Sat, 07 May 2005 12:34:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Quetting</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Kritik des TV&#214;D und der Versuch einer Bewertung aus Sicht des Vertrauensleutesprechers im Knappschaftskrankenhaus Sulzbach]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das neue Tarifrecht im &ouml;ffentlichen Dienst wird Wirklichkeit. Nach zweij&auml;hrigen Verhandlungen haben sich ver.di und der Bund sowie Kommunen auf ein neues Tarifrecht im &ouml;ffentlichen Dienst geeinigt. Die Bundestarifkommission hat am 9. Februar dem Verhandlungsergebnis nach kontroverser Diskussion mit 80 Ja-Stimmen bei 32 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen zugestimmt. Ein &auml;hnlicher Abschluss wird auch f&uuml;r die  erwartet, so dass davon ausgegangen werden kann, dass der neue Tarifvertrag auch f&uuml;r uns im Knappschaftskrankenhaus Sulzbach zum 1. Oktober 2005 gelten wird.</p>
<p>W&auml;hrend die ver&ouml;ffentlichte Meinung den Vertrag als &#8220;moderaten&#8221; Abschluss bewertet und der Gewerkschaft &#8220;Gestaltungswillen und Gestaltungsf&auml;higkeit&#8221; zugesteht und der ver.di Vorsitzende Frank Bsirske davon spricht, der &ouml;ffentliche Dienst sei mit dem neuen Vertrag fit f&uuml;r die Zukunft fit gemacht, waren die Stimmen auf dem Gewerkschaftlichen Aschermittwoch der ver.di Betriebsgruppe im Knappschaftskrankenhaus Sulzbach &#8211; eine Stunde nach Bekanntgabe des Ergebnisses &#8211; deutlich kritischer. Meine Einsch&auml;tzung, das Ergebnis als Niederlage zu bezeichnen, fand Zustimmung der 54 Anwesenden.</p>
<p>Hier nun die Ergebnisse im &uuml;berblick:</p>
<p>Geschaffen wurde ein neues Tarifrecht f&uuml;r Angestellte und Arbeiter mit einer einheitlichen Tabelle. Diese besteht aus 15 Entgeltgruppen mit in der Regel sechs Stufen. Auch die Besch&auml;ftigten in der Krankenpflege sollen in die neue einheitliche Tabelle integriert werden.<br />
Es werden leistungsbezogene Entgeltbestandteile eingef&uuml;hrt. Es wird einen Niedriglohnsektor mit 1.286 Euro geben. Ortszuschl&auml;ge, Sozialzuschl&auml;ge und Lebensalterstufen gibt es nicht mehr. Allerdings sollen die Besch&auml;ftigte erst einmal nichts verlieren, die &uuml;berleitung in die neue Tabelle wird mit Bestandsschutz erfolgen.<br />
In den kommenden Jahren (2005, 2006, 2007) erhalten die Besch&auml;ftigten in jedem Jahr eine Einmalzahlung von 300 Euro.<br />
Weihnachts- und Urlaubsgeld werden zu einer Jahressonderzahlung zusammen gef&uuml;hrt, und zwar auf heutigem Niveau. Ab 2007 wird die Jahressonderzahlung je nach Entgeltgruppe 90, 80 oder 60 Prozent eines monatlichen Entgeltes betragen.<br />
Ab 2007 wird eine variable leistungsbezogene Bezahlung zun&auml;chst in H&ouml;he von einem Prozent eingef&uuml;hrt. Dieses Prozent geht in einen Topf, der nach gemeinsam mit den Personalr&auml;ten getroffenen Regelungen einzelbetrieblich ausgesch&uuml;ttet wird und zwar immer so, dass der Topf, aus dem der Leistungsanteil gespeist wird, am Ende vollst&auml;ndig zur Aussch&uuml;ttung kommt. Die leistungsorientierte Bezahlung soll neben dem monatlichen Entgelt zuk&uuml;nftig eine Zielh&ouml;he von acht Prozent der Entgeltsumme der Tarifbesch&auml;ftigten des jeweiligen Arbeitgebers betragen.<br />
Die Besch&auml;ftigten des Bundes arbeiten k&uuml;nftig im Osten und im Westen einheitlich 39 Stunden, was einer Absenkung der Arbeitszeit im Osten um eine Stunde und einer Verl&auml;ngerung um eine halbe Stunde im Westen entspricht. Alle d&uuml;rfen nun zwischen 6 und 20 Uhr arbeiten &#8211; und zwar maximal zw&ouml;lf Stunden am Tag und 45 Stunden pro Woche. Ferner gibt es Arbeitszeitkonten.<br />
Erteilt wurde ein Verhandlungsauftrag f&uuml;r landesbezirkliche Tarifvertr&auml;ge f&uuml;r Krankenh&auml;user &uuml;ber Mitarbeiterbeteiligungen und Notlagen im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes. Ferner wird ein Tarifvertrag zum Bereitschaftsdienst abgeschlossen werden.<br />
Die neuen T&auml;tigkeitsmerkmale f&uuml;r die Entgeltordnung werden in den n&auml;chsten Jahren erarbeitet, um sie bis 2008 in Kraft setzen zu k&ouml;nnen.<br />
Der neue Tarifvertrag &ouml;D (TV&ouml;D) soll im Oktober 2005 in Kraft treten. Er l&auml;uft bis zum 31. Dezember 2007.<br />
Viele in ver.di hoffen, mit diesem Abschluss auch die L&auml;nder zum Einlenken zu bewegen und wieder einen Tarifvertrag f&uuml;r den gesamten &ouml;ffentlichen Dienst zu erhalten. Mit der Einf&uuml;hrung von Niedriglohngruppen hofft man den Privatisierungen und Ausgr&uuml;ndungen entgegentreten zu k&ouml;nnen. </p>
<p>Diese Ansicht teilen die Kolleginnen und Kollegen in Sulzbach nicht. Arbeitszeiterh&ouml;hung, im Vorfeld von der ver.di-Mehrheit als KO-Kriterium bezeichnet, Flexibilisierung, so genannte Leistungsl&ouml;hne und Niedrigl&ouml;hne finden nicht unsere Zustimmung. Gro&szlig;e Sorge haben wir in Bezug auf die angek&uuml;ndigten Tarifvertr&auml;ge im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Gesundheitspolitik. Ich finde es falsch, dass zuk&uuml;nftig der Personalrat Tarifpolitik betreiben muss. Ich h&ouml;re schon den &#8220;Sachzwang&#8221; an die T&uuml;re des Personalratsb&uuml;ros klopfen.</p>
<p>Der TV&ouml;D ist eine erwartete Niederlage und Ausdruck fehlender Kampfbereitschaft vor dem Hintergrund einer Erpressungspolitik der &ouml;ffentlichen Arbeitgeber und den Illusionen von Gewerkschaftern, auf der Grundlage eines nicht mehr vorhandenen Sozialstaatskompromisses, die globale Marktfreiheit regulieren zu wollen.</p>
<p>F&uuml;r die Verhandlungen mit der Bundesknappschaft sollten wir fordern,</p>
<p>-  umgehend die Service GmbHs aufzul&ouml;sen und deren Besch&auml;ftigte in die Knappschaft zu &uuml;berf&uuml;hren,</p>
<p>- auf die Erh&ouml;hung der Arbeitszeit zu verzichten.</p>
<p>Es w&uuml;rde der Selbstverwaltung gut zu Gesicht stehen, wenn sie nicht jede Flexibilisierungs- und Entsolidarisierungsma&szlig;nahme des Bundes &uuml;bernehmen w&uuml;rde.</p>
<p>Indem wir das nun vorliegende Ergebnis kritisieren, m&uuml;ssen wir uns auch selbst kritisieren. Unsere ver.di ist zu schwach. Diesem Klassenkampf kann man nicht durch nette Radieschengespr&auml;chen gerecht werden. Wer nicht will, das es immer weiter bergab geht, wer Gerechtigkeit und Solidarit&auml;t will, der darf damit nicht andere Menschen beauftragen, der muss k&auml;mpfen. Es gibt nur eine einzige Chance &#8211; unser eigenes Tun mit und in der Gewerkschaft.</p>
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